{"id":7335,"date":"2025-04-24T10:31:33","date_gmt":"2025-04-24T08:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/eichenberger.staging2.net\/?p=7335"},"modified":"2025-04-25T09:38:33","modified_gmt":"2025-04-25T07:38:33","slug":"die-kleine-gewindetriebschule-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichenberger.com\/de\/blog\/die-kleine-gewindetriebschule-teil-1\/","title":{"rendered":"Die kleine Gewinde(trieb)schule &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei Gewinde(trieben) verh\u00e4lt es sich wie in anderen technischen Bereichen heutzutage: Viele Informationen, oft verstreut und selten \u00fcbersichtlich zusammengefasst. Man verliert den \u00dcberblick und f\u00fchlt sich von der Masse an Daten und Fakten schnell verloren und \u00fcberfordert. Auch das einseitige Verst\u00e4ndnis spielt in der Informationsflut oft eine Rolle. Viele Menschen sehen nur das Au\u00dfengewinde einer Schraube vor Augen, wenn sie das Wort Gewinde h\u00f6ren. Dabei besitzen Gewindetriebe weitere charakteristische Unterscheidungsmerkmale und weitaus mehr Anwendungsm\u00f6glichkeiten. Es steckt also mehr in diesem allt\u00e4glichen Gegenstand als die meisten Menschen vermuten.<br><br>Gewinde(triebe) begegnen uns weitaus \u00f6fter in unserem Alltag, ohne dass wir sie offensichtlich sehen oder wahrnehmen. Ein guter Grund daf\u00fcr ist schon allein die Tatsache, dass vielen die Orte der Anwendungen nicht einmal bewusst sind. Dabei sind sie kleine Wunderwerke, die uns vieles einfacher und oft auch angenehmer machen.<br><br>Um dieser Informationsflut etwas entgegenzuwirken, m\u00f6chten wir unsere Expertise nutzen, um geballtes Wissen leicht verst\u00e4ndlich weiterzugeben. Beginnen wir hier im ersten Teil unsere Blogreihe mit einem Exkurs in die Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo kommen Gewinde(triebe) eigentlich her?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Begibt man sich auf die Suche nach dem geschichtlichen Ursprung der Schraube &#8211; und somit dem Gewinde &#8211; so trifft man auf unterschiedliche Aussagen. Beim genaueren Hinschauen f\u00e4llt jedoch auf, dass es im Prinzip zwei Bereiche der Entstehung gibt: Zum einen das Schraubenprinzip, welches die Schraube zum F\u00f6rdern und Pressen einsetzte, zum anderen die Schraube als Verbindungselement und Befestigungsmittel. Zweiteres ist aber bei weitem noch nicht so lange im Einsatz. Wohingegen das Schraubenprinzip bereits in der Antike bekannt war. Eines der ber\u00fchmtesten Beispiele hierf\u00fcr ist die \u201eArchimedische Schraube\u201c, oder auch Schneckenpumpe bzw. -f\u00f6rderer genannt.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/hs-fs\/hubfs\/Archimedes-screw_one-screw-threads_with-ball_3D-view_animated_small.gif?strip=all&w=800\" alt=\"Archimedes-screw_one-screw-threads_with-ball_3D-view_animated_small\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Animiertes Funktionsprinzip der archimedischen Schraube<br>(Quelle: Wikipedia, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Archimedes-screw_one-screw-threads_with-ball_3D-view_animated.gif\">Archimedes-screw_one-screw-threads_with-ball_3D-view_animated.gif <\/a>created<br>by <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Silberwolf\">Silberwolf<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br>Die Schneckenpumpe als einfache F\u00f6rderanlage besteht aus einer Wendel (eine helixf\u00f6rmige Erhebung, welche sich um einen Zylinder windet, im Idealfall mit einer konstanten Steigung) und einem Rohr, in welchem das Wasser zwischen zwei Tr\u00f6gen bzw. Beh\u00e4ltern oder auch Ebenen transportiert wird. In der Antike wurde diese Erfindung f\u00fcr Bew\u00e4sserungs- bzw. Entw\u00e4sserungszwecke genutzt, um Wasser auf ein h\u00f6heres Niveau zu bef\u00f6rdern.<br><br>Wir verdanken Archimedes (287 v. Chr. \u2013 212 v. Chr.) daher nicht nur den bekannten Ausruf \u201eHeureka!\u201c, welcher das Archimedische Prinzip (das Prinzip der Verdr\u00e4ngung) pr\u00e4gte, er legte also auch den Grundstein f\u00fcr die heutigen Gewindetriebe und ebnete somit den Weg f\u00fcr viele innovative Produkte und Anwendungen.<br><br>Was viele aber nicht wissen ist, dass der Begriff bzw. die Bezeichnung \u201eSchneckenpumpe\u201c eigentlich irref\u00fchrend und somit nicht ganz korrekt ist. Auch wenn diese Bezeichnung in der Antike wegen der \u00c4hnlichkeit zur spiralf\u00f6rmigen Seemuschel gepr\u00e4gt wurde, so ist es weder eine Schnecke noch eine Pumpe. Diese Erfindung ist eigentlich ein Gleichdruckhebewerk. Wer mehr zu den genaueren Vorgaben erfahren m\u00f6chte, es ist nachzulesen im DIN 1184 oder bei uns in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eichenberger.com\/blog\/die-bibliothek-des-gewinderollens-3\/9?hsLang=de\">Bibliothek des Gewinderollens 3\/9<\/a>.<br><br>Der deutsche Begriff Schneckenpumpe wurde von dem niederl\u00e4ndischen Vijzelpomp abgeleitet, auch weil die Niederl\u00e4nder angeblich die gr\u00f6\u00dften Anwender dieser in den letzten 500 Jahren gewesen sein sollen. Leider kann diese These bisher noch nicht gen\u00fcgend belegt werden und ist darum mit Vorsicht zu genie\u00dfen.<br><br>Fassen wir kurz zusammen. Die erste Erw\u00e4hnung eines gewinde\u00e4hnlichen Gegenstandes l\u00e4sst sich bis ca. 3 Jahrhunderte vor Christus belegen, aber die Schraube ist keine Schraube, sondern war eine Art Pumpe, vielmehr ein Hebewerk. Also wie ging es jetzt weiter, bis wir zum heutigen Gewindetrieb in seiner Art und Weise kamen?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"hohe-spannung,-weniger-verluste\">Die antike Schraube: ein Hebewerk und keine Pumpe<\/h4>\n\n\n\n<p>Wie der Name \u201eArchimedische Schraube\u201c schon sagt, wird diese Erfindung dem griechischen Mathematiker und Techniker Archimedes zugeschrieben. Nat\u00fcrlich gibt es Forschungen und Thesen, die besagen, dass \u00e4hnliches auch schon zuvor von der Menschheit genutzt wurde. Zum Beispiel werden hier die Wasserschrauben im alten \u00c4gypten oder aber auch Archytas von Tarent (435\/410 -355\/350 v. Chr.), der als Erfinder der Mechanik gilt, genannt.<br><br>Eine der ersten genaueren Angaben zum Bau einer solchen Schneckenpumpe sind in einem Werk des r\u00f6mischen Architekten, Ingenieur und Architekturtheoretiker Vitruv (1. Jahrhundert v. Chr.) zu finden. Um genauer zu sein im 10. Band seines Werkes \u201eZehn B\u00fccher \u00fcber Architektur\u201c (im Original \u201eDe architectura libri decem\u201c), dem Band, der sich mit dem Thema Maschinenbau auseinandersetzt. Die dort aufgef\u00fchrten Vorgaben beschreiben das genaue Verh\u00e4ltnis der einzelnen (Bau-)Teile, deren Zusammenbau, sowie die Handhabung, welche aber nicht so spezifisch erkl\u00e4rt wird. Es existieren jedoch Relikte aus dieser Zeit, welche den Antrieb durch Menschenkraft zeigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img alt=\"\" decoding=\"async\" width=\"310\" height=\"124\" src=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-80.png?strip=all\" alt=\"\" class=\"wp-image-7340\" srcset=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-80.png?strip=all 310w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-80.png?strip=all&amp;w=62 62w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-80.png?strip=all&amp;w=124 124w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-80.png?strip=all&amp;w=186 186w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-80.png?strip=all&amp;w=248 248w\" sizes=\"(max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Von Vitruv (The Ten Books on Architecture) beschriebene archimedische Schraube. (Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=533023\">Wikipedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><em>Wer sich gern genauer mit dem Thema auseinander setzten und noch mehr dar\u00fcber lesen m\u00f6chte,<br>dem empfehlen wir:<\/em><br><em>1. John Gray Landels: Die Technik in der antiken Welt. Beck, M\u00fcnchen 1979, ISBN 3-8289-0362-2, Kapitel 3: Wasserpumpen (Titel der englischen Originalausgabe: Engineering in the Ancient World. Chatto &amp; Windus, London 1978).<\/em><br><em>2. \u2191 Friedrich Klemm: Geschichte der Technik. 3. Auflage. Teubner, Stuttgart, Leipzig 1998, S. 38 f.; Helmuth Schneider: Geschichte der antiken Technik. Beck, M\u00fcnchen 2007, S. 45\u201347.<\/em><br><em>(Quelle der Verweise Wikipedia,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Archimedische_Schraube\">hier<\/a>&nbsp;der Link zum Artikel der Archimedische Schraube.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br>Betrachten wir die Archimedische Schraube genauer so f\u00e4llt die gewinde\u00e4hnliche Form dieser im speziellen auf. Die Form, die auch bei den heutigen Schrauben und Gewinden Verwendung findet. Ein Verbindungselement, womit sich feste aber auch wieder l\u00f6sbare Befestigungen realisieren lassen. Ihren ersten nachweislichen Einsatz als dieses Befestigungselement, ist bei den R\u00f6mer zu finden. Auch wenn die dortigen Einsatzgebiete der Schrauben weitaus weniger vielf\u00e4ltig waren als heute, so wurden sie auch schon damals in medizinischen Ger\u00e4ten und astronomischen Instrumenten verbaut. (<a href=\"https:\/\/www.eichenberger.com\/blog\/astrophysische-errungenschaften-dank-kugelgewindetrieben?hsLang=de\">Hier<\/a>&nbsp;der Link zum Thema Kugelgewindetriebe in der Astrophysik und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eichenberger.com\/blog\/miniatur-kugelgewindetrieb-schafft-voraussetzung-f%C3%BCr-digitalen-abdruck-beim-zahnersatz\">hier&nbsp;<\/a>mehr zum Thema bzgl. der Anwendung von Kugelgewindetrieben im medizinischen Bereich in der heutigen Zeit.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"mit-dem-richtigen-technikpartner-einen-schritt-voraus\">Von der Archimedischen Schraube zur bekannten Verbindungstechnologie<br><\/h4>\n\n\n\n<p>Schon recht fr\u00fch erkannten die Menschen, dass sich dank dieser Verbindungstechnologie eine Umwandlung von einer Drehbewegung in einer L\u00e4ngsbewegung umsetzten l\u00e4sst. Ein gutes Bespiel hierf\u00fcr sind antike Baukr\u00e4ne sowie Wein- und \u00d6lpressen, welche sich die Verst\u00e4rkung der Kr\u00e4fte mittels Gewinde und Mutter zu Nutzen machten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img alt=\"\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81.jpg?strip=all\" alt=\"\" class=\"wp-image-7341\" srcset=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81.jpg?strip=all 1024w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-768x512.jpg?strip=all 768w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81.jpg?strip=all&amp;w=204 204w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81.jpg?strip=all&amp;w=409 409w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81.jpg?strip=all&amp;w=614 614w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81.jpg?strip=all&amp;w=819 819w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Detailaufnahme einer historischen Presse. (Quelle: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/presse-detail-detailaufnahme-2862616\/\">Pixabay<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit der wachsenden Vielfalt an Anwendungsgebieten entwickelten sich auch die verwendeten Materialien und die Herstellungsverfahren bzw. die Ger\u00e4te daf\u00fcr weiter.<br>W\u00e4hrend je nach Anwendungsgebiet Silber oder Bronze bei den R\u00f6mer Verwendung fand, so wurde bei den schon erw\u00e4hnten Pressen f\u00fcr Wein oder \u00d6l Holz benutzt. Hervorzuheben ist hier, dass drauf geachtet werden musste, dass das Holz eine gewisse Festigkeit besitzt, umso ein Brechen w\u00e4hrend der Nutzung zu verhindern.<br><br>Leider verschwand das Gewinde als Bewegungselement w\u00e4hrend des Mittelalters weitestgehend und andere Antriebsm\u00f6glichkeiten fanden ihre Anwendung.<br><br>Und Antrieb ist ein gutes Stichwort f\u00fcr die n\u00e4chste geschichtliche Etappe. Viele verbinden die \u201eRenaissance\u201c nur mit der sich \u00fcber 3 Jahrhunderte erstreckenden Kulturepoche in Europa. Aber es war auch die \u201eWiedergeburt\u201c vieler Leistungen aus der griechischen und r\u00f6mischen Antike und somit die Aufarbeitung vieler Erfindungen aus dieser Zeit.<br><br>Einer der bekanntesten Vertreter dieser Epoche, der in Verbindung mit der geschichtlichen Entwicklung von Gewindetriebe genannt werden muss, ist Leonardo da Vinci (1452-1519), Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Naturphilosoph, Mechaniker und, nicht zu vergessen, Ingenieur. Von ihm stammt eine der \u00e4ltesten bekannten Aufzeichnungen eines Werkzeuges, welches zum Schneiden eines Gewindes genutzt wurde.<br>Er besch\u00e4ftigte sich ausgiebig mit den verschiedenen Anwendungsm\u00f6glichkeiten der Gewinde. Auch entstanden zu seinen Lebzeiten viele noch heute erhaltenen Skizzen von Bewegungs- und Befestigungsschrauben.<br><br>Was vielen unbekannt in diesem Zusammenhang ist, auch im deutschsprachigen Raum setzte man sich ausf\u00fchrlich mit der Verwendung der Schraube auseinander.<br><br>Der deutsche Arzt, Apotheker und Wissenschaftler Georgius Agricola oder auch aus dem lateinischen \u00fcbersetzt Georg Bauer (1494 -1555), gilt als einer der herausragendsten Renaissance-Gelehrten seiner Zeit. Sein Schaffen und seine Expertise erstreckten sich auf viele Gebiete im Bereich der Natur- und Geisteswissenschaften. Was ihn aber f\u00fcr uns so interessant macht, sind seine Texte und Abbildungen von Gewinden und Schraubsystemen, welche mit einer so einer gro\u00dfen Detailgenauigkeit erstellt wurden, dass sie sogar f\u00fcr Nachbauten geeignet waren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"pluspunkt-gewinderollen\">Der lange Weg zum ISO-Gewinde<\/h4>\n\n\n\n<p><br>Mit der beginnenden industriellen Revolution, beginnt auch die maschinelle Herstellung von Schrauben und Muttern. Was vorher in m\u00fchsamer Handarbeit produziert werden musste, konnte nun effizienter, schneller und auch preiswerter in Schraubenfabriken hergestellt werden. Dies war der Grundstein f\u00fcr die weitere Verbreitung, da nun auch der stetig steigende Bedarf besser gedeckt werden konnte.<br><br>Was hier interessant zu erw\u00e4hnen ist: es existierten bereits im Jahre 1568 Gewindescheidelehren oder -platten, verbaut in Drehb\u00e4nken, zur Herstellung von Muttern und Schrauben in Frankreich (gebaut von Besson), aber erst 100 Jahre sp\u00e4ter wurden sie durch das englische Unternehmen Hindley of York verbessert und angepasst.<br><br>1760 f\u00fchrten die Br\u00fcder Job (John, je nach Quelle) und William Wyatt einen Fabrikationsprozess bzw. eine Maschine f\u00fcr die Massenproduktion von Schraubgewinde ein. Was f\u00fcr Holschrauben gedacht war, wurde so auf Schrauben aus Eisen angewendet. Leider waren die beiden trotz ihres Patents nicht erfolgreich und mussten Ihr Unternehmen nach nur ein paar Jahren wieder schlie\u00dfen. Dennoch erschufen sie einen Meilenstein in der Geschichte der Herstellung von Schrauben und somit von Gewinden.<br><br>Mit der Entwicklung von Maschinen, die die Prozesse verbesserten und beschleunigten fand die Verwendung neuer Materialien statt. Einher ging auch die Erfindung von Werkstoffpr\u00fcfmaschinen w\u00e4hrend dieser Zeit, wodurch nun h\u00f6herwertige Materialien f\u00fcr die Produktion verwendet werden konnten.<br><br>Dadurch, das in jedem Land und jeder Fabrik anders produziert wurde, existierten auch Unterschiede in Gr\u00f6\u00dfe, Material und Eigenschaften. Es wurde notwendig, dass man einheitliche Qualit\u00e4tsmerkmale und auch Gewindema\u00dfe einf\u00fchrte.<br><br>Bereits 1841 setzte sich der Engl\u00e4nder Joseph Whithworth f\u00fcr eine Standardisierung aller Schraubgewinde in England ein, welche sich aber noch nicht europaweit durchsetzte. Die Entwicklung von Richtlinien in Deutschland \u00fcbernahm der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) im Jahre 1859. Diese definierten Bestimmungen f\u00fcr die Qualit\u00e4t, den Werkstoff, ein einheitliches Gewindema\u00df und deren Eigenschaften.<br>Erst 1948 fand eine Einigung zwischen Gro\u00dfbritannien, den USA und Kanada in Bezug auf die Verwendung von imperialen Ma\u00dfeinheiten bei Schrauben statt. 1964 erfolgte dann eine weltweite Normung des ISO-Gewindes.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img alt=\"\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"666\" src=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1.jpg?strip=all\" alt=\"\" class=\"wp-image-7345\" srcset=\"https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1.jpg?strip=all 1000w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1-768x511.jpg?strip=all 768w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1.jpg?strip=all&amp;w=200 200w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1.jpg?strip=all&amp;w=400 400w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1.jpg?strip=all&amp;w=600 600w, https:\/\/e9rum28pkjh.exactdn.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-81-1.jpg?strip=all&amp;w=450 450w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Neu hergestellte gro\u00dfe Schrauben. Nahaufnahme.<br>(Quelle <a href=\"https:\/\/stock.adobe.com\/de\/images\/newly-manufactured-large-screws-close-up\/411758847\">Adobe Stock<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Das Ende einer langen Reise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es liegt ein langer und eindrucksvoller Weg hinter diesen, f\u00fcr viele trivialen, Gegenstandes, dennoch entwickeln sich die Technologie und die Einsatzgebiete st\u00e4ndig weiter.<br><br>Auch wir bei Eichenberger entwickeln uns immer weiter, denn f\u00fcr unsere Kunden fordern wir die Grenzen des technisch Machbaren heraus. Ganz gleich, ob der Bauraum optimiert, die Dynamik erh\u00f6ht, die Energieeffizienz gesteigert, das Gewicht reduziert, die Lebensdauer gesteigert oder die Kosten gesenkt werden sollen, wir entwickeln mit Ihnen die passende Gewindetrieb-L\u00f6sung, um Ihre Innovation am Markt ganz nach vorne zu bringen.<br><br>M\u00f6chten Sie Ihre Antriebsl\u00f6sung gezielt optimieren? Wir unterst\u00fctzt Sie bei der Realisierung Ihrer perfekten Antriebsl\u00f6sung. Erfahren Sie&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eichenberger.com\/de\/services?hsLang=de\">hier<\/a>&nbsp;wie wir Ihnen dabei helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausblick auf Teil 2 unserer kleinen Gewinde(trieb)schule<br><\/strong><strong>\u2013 Wie geht es weiter?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun konnten Sie so einiges \u00fcber die Entstehung der Schraube und somit auch des Gewindes erfahren. Aber das Thema Gewinde bietet noch mehr interessante Facetten und Wissenswertes. Erfahren Sie mehr wissenswertes zum Gewinderollen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eichenberger.com\/blog\/die-bibliothek-des-gewinderollens-1\/9?hsLang=de\">hier<\/a>. Und lernen Sie die Grundlagen, Verfahren, Werkzeuge, Anwendungen von gerollten Hightech-Gewinden genauer kennen.<br><br>Im n\u00e4chsten Teil widmen wir uns der Frage was ist ein Gewindetrieb, was macht ihn aus und welche Formen existieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Gewinde(trieben) verh\u00e4lt es sich wie in anderen technischen Bereichen heutzutage: Viele Informationen, oft verstreut und selten \u00fcbersichtlich zusammengefasst. Man verliert den \u00dcberblick und f\u00fchlt sich von der Masse an Daten und Fakten schnell verloren und \u00fcberfordert. Auch das einseitige Verst\u00e4ndnis spielt in der Informationsflut oft eine Rolle. 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