Interview mit Michaela Hediger, Lernende im 3. Lehrjahr als Polymechanikerin

Michaela Hediger ist 23 Jahre alt und absolviert eine Lehre als Polymechanikerin bei uns «auf der Burg», wie die Einheimischen so liebevoll sagen. Michaela Hediger, eine strahlende Persönlichkeit berichtet:


Wie kam es dazu? Wie erlebt Michaela die Ausbildung in einem eher männerdominierten Umfeld? Was gefällt ihr an diesem Beruf besonders und was sind ihre Ziele?

Michaela ist in Burg aufgewachsen und hatte bereits in ihrer Kindheit die Gelegenheit unsere Unternehmung kennenzulernen. Sie begleitete ihren Vater am Nationalen Zukunftstag. Thomas Hediger ist seit 26 Jahren bei Eichenberger als Mechaniker tätig. Im Teenager-Alter verdiente sie sich ihr Taschengeld während der Ferienzeit in der Gewindetrieb-Montage.

 

Moor- Michaela Hediger Presse-1
Achtung, fertig, los in Richtung Zukunft!
Michaela: "Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust"

 

Das klingt perfekt, aber du hast dann erfolgreich eine 3-jährige Lehre als Köchin durchlaufen, weshalb?

Ich bin voll und ganz Familienmensch. Ich liebe es zu kochen und meine Liebsten mit feinen Speisen zu verwöhnen. Aus saisonalen Lebensmitteln etwas Schmackhaftes zu zaubern, reizt mich noch heute sehr. Daher war die Idee, eine Lehre als Köchin zu machen, damals naheliegend. In meiner ersten Anstellung im Beruf als Köchin selbst musste ich dann aber leider schnell feststellen, dass mich diese Arbeit nicht langfristig glücklich machen würde. Nach sieben Monaten entschied ich, einen anderen Weg einzuschlagen.

 

Oh, das war wohl keine einfache Phase für dich, aber viele Wege führen nach Rom… was war dann dein Plan?

Ich brauchte etwas Zeit, um mir über meine beruflichen Wünsche und Ziele klar zu werden. Um trotzdem eine interessante Tätigkeit auszuüben und Geld zu verdienen, ging ich gerne auf das Angebot von Eichenberger Gewinde AG ein. Ich unterschrieb einen befristeten Vertrag als Aushilfe in der Montage.

In dieser Zeit gewann Michaela auch einen Einblick in die technischen Berufe Mechanikpraktiker, Produktionsmechaniker und Polymechaniker.

Polymechaniker/innen sind in der Entwicklung, Herstellung und Montage von Werkzeugen, Geräteteilen oder ganzen Produktionsanlagen tätig. Eine der Hauptaufgaben von Polymechaniker/innen stellt die Fertigung dar, wo Aufträge von Anfang bis Ende ausgeführt werden. Für Einzelanfertigungen oder Prototypen stehen Dreh-, Fräs-, Bohr- und Schleifmaschinen im Einsatz, auf denen es gilt, das Handwerk zu erlernen. Meist wird aber auf computergesteuerten Maschinen gearbeitet. Polymechaniker/innen programmieren die Fertigungsmaschinen anhand von Konstruktionszeichnungen und bestimmen die Bearbeitungsschritte und die benötigten Werkzeuge, womit sie das Produktionsgerät auch gleich selbst bestücken. Nach erfolgten Testläufen und der Sicherstellung, dass die Maschine perfekt eingestellt ist, wird die Produktion unter stetiger Überwachung laufen gelassen. Mit hochpräzisen Mess- und Prüfinstrumenten kontrollieren die Polymechaniker/innen schliesslich die Qualität der einzelnen Werkstücke.

In dir schlummert viel Potenzial! Eichenberger Gewinde AG hat das anscheinend erkannt. Seit August 2018 bist du nun in der Lehre als Polymechanikerin.

Wie kam es dazu und wie geht es dir heute dabei?

Es geht mir blendend! Ich habe den Entschluss, eine zweite Lehre zu beginnen, noch keine Sekunde bereut. Damals kam die Personalfachfrau von Eichenberger auf mich zu und suchte das Gespräch. Sie erklärte mir, dass ich über die besten Voraussetzungen für eine Lehre als Polymechanikerin verfügen würde. Sie motivierte mich sehr! Und ja, es stimmt, ich habe handwerkliches Geschick, besitze ein technisches Verständnis und interessiere mich sehr für mechanische Zusammenhänge, das war mir bis anhin gar nicht so bewusst.

Jetzt bist du im 3. Lehrjahr, welche Erfahrungen sind dir besonders geblieben?

Ich schätze die familiäre Atmosphäre im Betrieb und finde die Leute super. Sie sind sehr offen, freundlich und hilfsbereit. Jeder Mensch braucht Bestätigung, das motiviert einen und das gilt auch für den Arbeitsplatz. Ich habe erlebt, dass Führungskräfte manchmal dazu neigen, erst bei negativen Vorfällen ein Gespräch zu suchen. Das ist bei Eichenberger nicht so, positive Rückmeldungen gehören zum Arbeitsalltag. So fallen mir die Aufgaben leicht von der Hand. Es läuft auch recht gut in der Schule. Mathe und Physik sind meine Lieblingsfächer. Allerdings spüre ich oft, dass ich in den Fächern Maschinen-, Zeichnungs- und Elektrotechnik mehr Mühe habe als die Männer.

Männer, das ist ein gutes Stichwort… Frauenpower in einer Männerdomäne, wie fühlt es sich an?

Viele meinen, man muss sich als Frau irgendwelche Sprüche anhören, aber das ist nicht der Fall. Ich habe bisher noch nie etwas gehört und muss mich da auch nicht speziell behaupten. Vielleicht bringe ich als Frau auch ein bisschen Ruhe hinein. Für mich macht das Geschlecht keinen Unterschied. Sicher kommt mir aber hier mein Alter zugute. Mittlerweile fühle ich mich selbstsicher und kann ganz authentisch sein. Dadurch fällt mir der Umgang mit den Kollegen im Team sehr einfach.

Die Berufslehre als Polymechaniker verbindet Schule und Praxis, sie dauert 4 Jahre. Wer die Lehre erfolgreich abschliesst, erhält ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) und kann direkt in den Arbeitsmarkt eintreten oder eine höhere Ausbildung absolvieren.

Was sind deine Ziele?

Wer über ein Berufsdiplom verfügt, hat laut Statistik dreimal bessere Chancen in der Arbeitswelt. Ich möchte nächstes Jahr also einfach eine gute Prüfung hinlegen, mal eine Weile 100% als Polymechanikerin arbeiten und die Arbeitswelt geniessen. Alles Weitere zeigt sich dann automatisch.

Die Schweizer Wirtschaft ist stark. Damit wir weiterhin zu den konkurrenzfähigsten Ländern der Welt gehören, brauchen wir qualifizierte Mitarbeiter. Die nächste Generation von Gewindetrieb-Experten bilden wir selbst aus.

Möchtest du den zukünftigen Lernenden gerne etwas mit auf den Weg geben?

Ich empfehle diese Lehre allen, die technische Abläufe faszinierend findet und gerne handwerklich tätig sind. Mir gefällt, dass Aufträge, die man z.B. morgens bekommt, zu fertigen Teilen verarbeitet werden. So sieht man/frau am Ende des Tages, was man/frau geleistet hat.
Und – Frauen stemmen diesen Beruf genauso gut wie Männer!

Bei uns kann jeder schnuppern. 

Melden Sie sich zu einer Schnupperlehre als Poly- oder Produktionsmechaniker/in oder als Mechanikpraktiker/in an: Bei Frau Christine Roten, Direktwahl: 062 762 10 58, hr.eag@festo.com

Jetzt zu einer Schnupperlehre anmelden

Zu den Blogbeiträgen

 

gebaeude01_def-1

 

Eichenberger Newsletter: Bewegend informativ

Was bewegt die Welt der Antriebstechnik? Wir halten Sie auf dem Laufenden rund um neue Ideen, Entwicklungen und konkrete Lösungen für die wachsenden Anforderungen an die perfekte Bewegung.

ANMELDEN